5. Juli 2010

Eine Art Wetterbericht

Wie sehr das Wetter uns Menschen doch prägt.

- Ich wohne ja schon lange in diesem Land hier oben im Norden mit seinen oft harten und immer dunklen Wintern und merke für jedes Jahr deutlicher, wie sehr es mich prägt.
Und richtig einprägsam wurde es, seit ich die letzten vier Winter immer wieder auch kurze Tage und lange Nächte in diesem einfachen Haus  verbringe.

- Ich weiß wie es ist, nur mit Holz zu heizen, mit wenig Elektrizität auszukommen, wie herrlich warmes Wasser ist, von anderen Bequemlichkeiten ganz zu schweigen.

- Um nicht zu frieren, so muss ich mich schon im Sommer um Feuerholz für den kommenden Winter kümmern wo jedes Scheit einen Wintergedanken beinhaltet. Damit ist diese Jahreszeit selbst an heißen Tagen gegenwärtig auf seine Art.


- Ich weiß aber auch, wie herrlich die Sommertage sind, wie einfach das Leben sich gestaltet wenn die Libellen statt den Schneeflocken über die Lichtung tanzen, die Vögel ihre Melodien pfeifen statt den Herbstwinden und die Natur einen Überfluss an Grün statt Weiß bietet.

- Aber selbst wenn das Leben am leichtesten erscheint, selbst dann lauert der nächste Winter schon irgendwo als ”Hintergedanke” in den Köpfen der Menschen und prägt ihr Dasein.
Es ist wohl einer der Gründe, warum diese sanfte Melancholie, diese schwebende Schwermütigkeit selbst an einem heißen Mittsommertag nie ganz weicht.
Und der vergangene Winter steckt auch mir noch tief im Bewusstsein gerade weil ich ihn hier so unmittelbar erlebt habe.


- Nein, es trübt nicht die Freude an solchen langen, hellen Tagen wo die Schatten kurz sind, die Sonne, kaum dass sie unter den Horizont getaucht ist, auch schon wieder als Aurora ihre Strahlen über die Baumwipfel streckt.

- Im Gegenteil; gerade zu wissen wie kurz diese Zeit ist, lässt mich die Leichtigkeit mit der es sich an solchen Tagen lebt erst richtig bewusst werden und genießen.


- Und doch, so rieselt sachte der allerfeinste Pulverschnee selbst an einem heißen Sommertag auf dieser Lichtung in diesem nördlichen Land auch auf einen Rheinländer und pudert ihn mit leichten Melancholie- gemischt mit etwas Schwermütigkeitsflocken.

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